Donnerstag, 13. Dezember 2018

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ZAHLEN & STATISTIKEN

DIE MEISTEN SPORTVERLETZUNGEN PASSIEREN BEIM FUSSBALL

 

SPORTVERLETZUNGEN - FUßBALL

Fußball ist eine der populärsten Sportarten in Österreich: Mehr als 550.000 Österreicher/innen kicken regelmäßig das Leder über den Platz. Diese Beliebtheit hat aber auch eine Schattenseite: Die Anzahl der Fußballverletzungen steigt stetig. Fast die Hälfte aller Sportverletzungen passieren beim Fußball. Durchschnittlich verletzen sich Kicker in 100 Spielstunden ein- bis fünfmal, berichtet die internationale Fußballvereinigung FIFA.


Sport mit Hautkontakt
Dies hat verschiedene Ursachen. Fußball ist eine dynamische Kontaktsportart mit vielen schnellen Bewegungswechseln, kurzen Sprints und kurzfristigen Spitzenbelastungen. Daher ist auch die Verletzungsgefahr groß. Zusätzlich sind Zweikämpfe, Kopfballduelle oder Zusammenstöße mit anderen Spielern an der Tagesordnung, die das Unfallrisiko weiter erhöhen.


Kaputte Muskeln und Gelenke
Harmlose Verletzungen beim Fußball sind Prellungen, Schürf- und Platzwunden sowie Blasen. Am häufigsten kommen Muskelzerrungen und -faserrisse vor, vor allem zu Spielbeginn, wenn die Muskulatur noch nicht richtig aufgewärmt ist, oder am Spielende, wenn der Fußballer erschöpft ist.


Das Kniegelenk ist beim Fußballspiel besonders gefährdet, weil es ausgeprägte Drehbewegungen verkraften muss. Klassische Verletzungen sind der Meniskus- und Kreuzbandriss sowie Verletzungen der Seitenbänder. Häufig treten Kombinationsverletzungen der verschiedenen Strukturen auf. Bei einem Meniskusriss ist meistens der Innenmeniskus betroffen. Es kommt zu einem plötzlichen, stechenden Schmerz und das Knie schwillt an. Beim Kreuzbandriss ist in der Regel das vordere Kreuzband betroffen. Das Kniegelenk schwillt auch hier an, und jede Bewegung ist mit Schmerzen verbunden. Auch Verletzungen der Seitenbänder sind sehr schmerzhaft.


Umknicken auf unebenem Boden kann zu Verletzungen des Sprunggelenks führen. Sind die Bänder gerissen, entstehen starke Schmerzen und der Knöchel schwillt an. Bei älteren Fußballspielern kann eine vorgeschädigte Achillessehne beim Kurzsprint reißen. Bemerkbar macht sich das durch einen plötzlichen Wadenschmerz.


Kollisionen mit einem anderen Spieler oder dem Ball können zu Verletzungen im Gesichtsbereich führen. Schmerzhafte Nasen- und Jochbeinbrüche kommen am häufigsten vor. Trifft der Ball direkt aufs Auge, sind oft schwere Augenprellungen oder Knochenbrüche die Folgen. Fußballspielen ist die häufigste Ursache für sportbedingte Augenverletzungen.


Stürze können Arm-, Handgelenk- oder Schulterverletzungen verursachen. Häufig sind die Bänder der Schulter betroffen, die Schulter ist ausgekugelt oder das Schlüsselbein gebrochen.
Häufiges Schießen kann das Sprunggelenk überlasten, wodurch es sich manchmal entzündet. Als Folge bilden sich kleine Knochenausziehungen (Osteophyten) am Gelenkrand. Bei der Abrollbewegung des Fußes können diese Ausziehungen anstoßen und Schmerzen verursachen. Solch eine Veränderung wird auch "Footballer's ankle" (Fußballer-Sprunggelenk) genannt.


Nach einer Verletzung sollte der Spieler nicht zu früh wieder aufs Spielfeld. Heilt der Schaden nicht vollständig aus, kann eine erneute Belastung die medizinisch bedinge Zwangspause noch weiter verlängern. Bei der Dauer der Rehabilitation hat der Arzt daher immer das letzte Wort!

 
Verletzung beim Fußball

Fußball ist ein dynamischer Mannschaftssport. Aus sportmedizinischer Sicht ist die Verletzungsgefahr groß. Verschiedene Charakteristika des Fußballsports sind hierfür verantwortlich:

  • Fußball ist eine Temposportart mit vielen schnellen Bewegungswechseln, kurzen Sprints etc., wodurch es immer wieder zu kurzfristigen Spitzenbelastungen kommt.
  • Fußball ist eine Kontaktsportart mit Zweikämpfen, Kopfballduellen, Ecken etc.. Durch übermäßige emotionale Hingabe ist die Verletzungsgefahr groß.
  • Fußball wird weitgehend ohne Protektoren gespielt.
  • Fußball wird bei jeder Witterungsbedingung gespielt. Die Verletzungsgefahr ist bei extremer Kälte, Hitze, Eis erhöht.
  • Besonders in den unteren Fußballligen spielen die Platzverhältnisse eine gewichtige Rolle bei der Verletzungsgefahr. Ein unebener Boden, enge Spielfeldabgrenzungen, Hartplätze etc. steigern die Verletzungsgefahr.

Verletzungsmöglichkeiten des Kopfes

Verletzungen am Kopf sind nicht sehr häufig. Im Rahmen von Zweikämpfen beim Kopfball kann es durch Anprallverletzungen zu Prellungen oder Platzwunden kommen. Platzwunden des Kopfes sehen durch den sofortigen Blutverlust spektakulär aus, sind in ihrer Verletzungsschwere jedoch eher harmlos. Platzwunden der Haut werden rasch genäht. Trotz einer großen und zum Teil auch verschmutzten Wunde sind Infektionen selten.


Auf einen ausreichenden Tetanusschutz ist zu achten. Insbesondere wenn auf Aschenplätzen trainiert und gespielt wird muß auf einen ausreichenden Tetanusschutz geachtet werden. Eine Auffrischungsimpfung sollte nicht erst nach einer erlittenen Schürf- oder platzwunde erfolgen.


Durch einen Schlag ins Gesicht kann es zu knöchernen Verletzungen kommen. Der Nasenbruch und Jochbeinbruch kommen dabei am häufigsten vor. Die meisten Nasenbrüche müssen nicht operativ versorgt werden, sofern keine grobe Verschiebung (Dislokation) vorliegt und die Riechfunktion nicht beeinträchtigt wird. In jedem Fall sollte ein Unfallarzt aufgesucht werden. Bei Verlust der Riechsensorik sollte unverzüglich ein HNO-Arzt konsultiert werden. Als Sofortmaßnahme eignet sich das Kühlen der Nase und zur Förderung der Blutstillung auch des Nackens.


Auch Jochbeinbrüche müssen meistens nicht operiert werden. Nur bei gröberen Verschiebungen ist eine operative Brucheinrichtung (Reposition) und Stabilisierung durch Metallimplantate (Osteosynthese) notwendig.


Verletzungsmöglichkeiten der Arme (oberen Extremität)

Die Verletzungsmöglichkeiten der Arme (oberen Extremitäten) sind vielfältig. Meistens entstehen sie aufgrund von Stürzen.


Durch Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm kann es zu zur Schultereckgelenksprengung (ACG-Sprengung), einem Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur), zur Schulterverrenkung (Schulterluxation), einem Oberarmbruch, Schulterbruch oder einem Schultersehnenriss (Rotatorenmanschettenriss) kommen.
Youtube Video zum Schlüsselbeinbruch


Der Sturz auf das Handgelenk kann einen Speichenbruch (Radiusfraktur) zur Folge haben. Durch Tritt oder Sturz auf den Unterarm kann es zu einem Bruch in diesem Bereich kommen (Unterarmfraktur).
Youtube Video zur Unterarmfraktur


Muskelverletzungen:

Zerrungen und Muskelfaserrisse sind wohl die häufigsten Verletzungen im Fußball und bewirken den sofortigen Spielabbruch. Besonders verletzungsgefährdet ist eine kalte oder ermüdete, aber auch eine wenig dehnbare Muskulatur. Demzufolge erleidet der Fußballer seine Zerrungen oder seinen Muskelfaserriss typischerweise am Anfang des Spieles, wenn er muskulär schlecht aufgewärmt ist, oder am Ende des Spieles, wenn die Muskulatur müde wird und die einzelnen Bewegungsabläufe weniger koordiniert ablaufen. Ein weiterer Verletzungsgrund besteht in der mangelnden Flexibilität der Sehnen und Muskeln beim Fußballer, durch eine einerseits einseitig auftrainierte Muskulatur und andererseits, eine verkürzte Muskulatur.


Die rückseitige Oberschenkelmuskulatur (ischiocrurale Muskulatur) ist eine typischerweise beim Fußballer verkürzte Muskelguppe. Beim schnellen Sprint kommt es gehäuft zur Zerrung dieser Muskulatur. Der Spieler erfährt einen plötzlichen, stechenden Schmerz im Bereich der Oberschenkelrückseite, gefolgt von einer Art Krampfgefühl. Eine Dehnung, wie bei einem Muskelkrampf oder eine Wärmebehandlung, sollten unbedingt unterlassen werden. Vielmehr gelten wie bei allen Muskelverletzungen die Regeln des PECH - Schema ´s bei der Erstbehandlung (Pause / Eis / Compression / Hochlagern).


Eine weitere typische Muskelverletzung ist die Adduktorenzerrung, also der Muskelgruppe, die für das Heranführen des Beines an den Körper zuständig sind. Verletzungen dieser Art ereignen sich z.B. durch ein starkes seitliches Abspreizen des Beines, wie beim Grätschen, oder wenn das Standbein beim Richtungswechsel plötzlich weg rutscht. Schmerzen entstehen im Bereich des inneren Oberschenkels oder in der Leiste, wo die Adduktoren ihren Ursprung nehmen.


Eine während des Ballschusses entstehende Muskelverletzung, ist die Zerrung des Musculus rectus femoris an der vorderen Oberschenkelseite. Dieser bei Fußballern gut ausgebildete Muskel, wird beim Schießen plötzlich angespannt. Bei kalter Muskulatur und weniger trainiertem oder müdem Muskel, kann dies zur Verletzung führen. Die Schmerzlokalisation befindet sich an der Oberschenkelvorderseite.


Insgesamt betrachtet, ist eine Unterscheidung zwischen einer leichten oder schweren Muskelzerrung zu einem Muskelfaserriss sehr schwierig. Auch bei einem Muskelfaserriss muss es nicht zwangsläufig zu einem Bluterguss (Hämatom) in der Muskulatur kommen. Die in der Arztpraxis zur Verfügung stehenden Untersuchungsverfahren, insbesondere der Ultraschall (Sonographie), kann aufgrund der mangelnden Bildauflösung einen Muskelfaserriss nicht feststellen. Indiz für einen Muskelfaserriss ist eine Einblutung in die Muskelfiederungen, die bei einer bloßen Muskelzerrung in der Regel nicht auftreten. Bei der nächst größeren Läsion, dem Muskelbündelriss, lässt sich ein Bluterguss regelmäßig nachweisen. Leicht ist die Diagnose eines kompletten Muskelrisses, der schon bei der Betrachtung und beim Tastbefund durch eine kräftige Muskellücke im Muskelverbund auffällt. Die Funktion des betreffenden Muskels ist aufgehoben.

 

Youtube Video zu Muskelverletzungen


Knieverletzungen:

Das Knie ist das Gelenk des Fußballers, welches am häufigsten verletzt wird. Fußball ist ein sehr Knie belastender Sport mit vielen unphysiologischen Drehbewegungen bei hoher Belastung.

 

Klassische Verletzungsmuster sind der Meniskusriss, Kreuzbandriss oder eine Seitenbandverletzung.

 

Meniskusriß
Von einem Meniskusriss (Meniskusruptur) ist meistens der Innenmeniskus betroffen. Er ist besonders Verletzungsanfällig, aufgrund der im Vergleich zum Außenmeniskus relativ rigiden (starre) Befestigung im Kniegelenk. Er kann damit Spitzenbelastungen weniger ausweichen. Man unterscheidet zudem degenerative Meniskusrisse, deren Grundlage eine Vorschädigung des Meniskus ist und die ohne Unfallereignis auftreten können, von plötzlich auftretenden Meniskusrissen bei jungen, gesunden Sportlern ohne Degenerationszeichen. Der Unfallhergang erfolgt meistens durch eine plötzliche Außendrehbewegung des Kniegelenkes, bei leichter Beugung und fixiertem Unterschenkel. Hierbei kommt es zu einer starken Druckbelastung, bei gleichzeitiger Scherbelastung des Innenmeniskus. Der Fußballer verspürt einen plötzlichen, stichartigen Schmerz im Kniegelenk. Das Knie kann zum Teil stark anschwellen. Bei den meistens jungen Sportlern findet sich häufiger eine Korbhenkel Rissform des Meniskus, wodurch sich Anteile des Meniskus im Kniegelenk einklemmen können. In diesem Fall kann das Kniegelenk nicht mehr vollständig gestreckt und gebeugt werden. Die Erstbehandlung erfolgt nach dem PECH - Schema. In der Klinik gelingt es manchmal, durch Mobilisationstechniken des Meniskus, diesen zu befreien und damit das stark schmerzhafte Krankheitsbild schlagartig zu lindern. Therapeutisch kommen eine Meniskusteilentfernung oder eine Meniskusnaht in Betracht.

Youtube Video zur Meniskusruptur

 

Kreuzbandriß
Der Kreuzbandriss ist eine schwere Kniegelenksverletzung mit langfristigen Folgen für das Kniegelenk. Der Verletzungshergang ähnelt dem oben beschriebenen Meniskusriss. Tatsächlich findet man häufig gleichzeitige Verletzungen von vorderem Kreuzband und Innenmeniskus. Ist auch gleichzeitig das Innenband noch mit verletzt, so wird dies als Unhappy triad bezeichnet. Überwiegend reißt das vordere Kreuzband. Das Kniegelenk schwillt fast immer stark an und ist belastungsschmerzhaft. Die Kniegelenksbeweglichkeit wird durch den Bluterguss limitiert. Die typische vordere Knieinstabilität, kann in der frühen Verletzungsphase, aufgrund schmerzhafter Muskelanspannung und Ergussbildung, meistens nicht festgestellt werden. Die Therapie ist operativ. Die oftmals noch propagierte pauschale Meinung, man brauche einen vorderen Kreuzbandriss bei guter muskulärer Stabilisierung nicht zu operieren, wird von uns und den meisten Fachleuten nicht geteilt. Es muß immer eine individuelle Entscheidung unter Berücksichtigung aller eingehenden Faktoren getroffen werden.

Youtube Video zum Kreuzbandriss

 

Seitenbandverletzung
Seitenbandverletzungen können isoliert oder zusammen mit Kreuzband- und Meniskusverletzungen auftreten. Häufig handelt es sich um harmlose Seitenbandzerrungen, die nach 3-6 Wochen ausheilen und keiner besonderen Behandlung, als einer Sportpause bedürfen. Seitenbandverletzungen entstehen durch seitlichen Stress auf das Kniegelenk. Bei einer Innenbandverletzung erfolgt der Stress von außen, bei einer Außenbandriss von innen. Ein isolierter Innenbandriss kann konservativ in einer Kniegelenksorthese mit Seitenhalt ausbehandelt werden, bei dem seltenerem Außenbandriss wird häufiger zur Operation geraten.

Youtube Video zur Seitenbandruptur


Sprunggelenkverletzungen

Außenbandriss
Ein unebener Spielfelduntergrund kann die Ursache für einen Außenbandriss (fibulare Bandruptur) des Sprunggelenkes, durch die klassische Umknickverletzung nach außen, sein. Je nach Krafteinwirkung werden die 3 Außenbänder (fibularar Bandapparat) zunächst gedehnt, später reißen sie. Am häufigsten ist das vordere Außenband (Ligamentum fibulotalare anterius) von einem Riss betroffen. Dieses spannt sich vom Außenknöchel (Fibula) zum vorderen Anteil des Sprungbeins (Talus). In der frühen Verletzungsphase schwillt das Sprunggelenk stark an. Die Verletzungsschwere kann nicht sicher abgeschätzt werden. Die Erstbehandlung erfolgt wieder nach dem PECH-Schema. Die Therapie ist meistens konservativ in einer Luftkissenschiene für ca. 6 Wochen.

Youtube Video zum Außenbandriss


Achillessehnenriß
Fußballer erleiden nicht selten einen Achillessehnenriss. Ein Unfallereigniss liegt meistens nicht vor. Die Patienten berichten über einen plötzlichen Wadenschmerz beim Laufen, der von einem Knall  begleitet wird der einem Peitschenhieb gleichen soll. Differentialdiagnostisch muss auch an einen Muskelfaserriss der Wadenmuskulatur gedacht werden. Die Therapie ist meistens operativ mit Naht der Achillessehne.
Eine eher chronische Fußballererkrankung ist die Ausbildung von Tibiakantenosteophyten (Fußballer Sprunggelenk; Footballer`s ankle) an der Vorderseite des Sprunggelenk bildenden Schienbeins. Es handelt sich dabei um knöcherne Kanten (Anbauten, Osteophyten), die durch Mikrotraumatisierungen des Knochens, durch das jahrelange Spannschießen, entstanden sind. Bei der Abrollbewegung des Fußes können diese Kanten anstoßen und zu einem chronischen vorderen Sprunggelenkschmerz führen. Bei entsprechender Beschwerdesymptomatik besteht die Therapie in der arthroskopischen Abtragung dieser Kanten.

Youtube Video zur Achillessehne